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Wie viel Heu braucht ein Pferd – Ratgeber

Heu ist der wichtigste Bestandteil einer gesunden Ernährung für das Pferd. Doch immer noch gibt es viele Missverständnisse unter Pferdebesitzern, wenn es um die Berechnung und die Fütterung geht. Einige Grundregeln sind schlichtweg nicht mehr zeitgemäß und können dazu führen, dem Pferd womöglich zu viel oder zu wenig Heu bereitzustellen. Deswegen streiten sich Ställe und Besitzer häufig darüber, wie viel Heu ein Pferd am Tag eigentlich braucht.

Wir erklären Ihnen in diesem Artikel, welche Regeln es zu beachten gibt und wie Sie die richtige Heumenge für Ihr Pferd ermitteln können. Dadurch können Sie die Basis für eine gesunde und nachhaltige Ernährung des Tieres schaffen.

Was fressen Pferde eigentlich?
Pferd richtig füttern

Prinzipiell besteht die Ernährung eines Pferdes aus drei wichtigen Komponenten, die sich in Raufutter, Kraftfutter und Saftfutter aufgliedern. Während Raufutter ein essenzieller und unverzichtbarer Bestandteil ist, sind Kraft- und Saftfutter in der Regel optional und werden nur bei Bedarf eingesetzt.


Hier sind die wichtigsten Fakten zu den drei verschiedenen Sorten:

Raufutter

Hierzu gehören überwiegend Heu, Heulage und Stroh. Sie bilden oftmals die Grundlage der Ernährung und sind in vielen Ställen der Ersatz zum Weidegras. Die Verdauung eines Pferdes ist darauf ausgelegt, praktisch permanent mit Raufutter oder Gräsern beschäftigt zu sein.

Kraftfutter

Kann ein Pferd seinen Energiebedarf mit Raufutter allein nicht decken, dann kommt i. d. R. Kraftfutter als zusätzliche Quelle hinzu. Es kann sich dabei um Getreide oder Müsli als Pellets handeln, das zum Teil mit zusätzlichen Mineralstoffen und Vitaminen angereichert wird.

Saftfutter

Äpfel, Möhren, Rüben und Rote Bete fallen unter die Kategorie Saftfutter und liefern ebenfalls zusätzliche Energie und Vitamine für Ihr Pferd. Das kann besonders im Winter eine wichtige Rolle spielen, wenn es zu der Zeit kein frisches Gras zum Weiden gibt.

Insbesondere der Bereich des Kraftfutters ist mittlerweile durch eine starke Kommerzialisierung getrieben. Es gibt unzählige verschiedene Sorten und Zusammenstellungen, die eine Entscheidung unnötig kompliziert machen können. Deswegen sollte man zuvor stets abwägen, welche Nährstoffe das Pferd als Zusatz zum Raufutter auch wirklich benötigt.

Wieso muss ein Pferd ständig fressen?

Wie viel Heu ein Pferd am Tag braucht, ist eine typische Frage von Pferdebesitzern in aller Welt. Die meisten wissen zwar, dass Pferde ständig Futter benötigen, doch nur die wenigsten wissen, was der Hintergrund dazu ist. Es geht dabei nämlich nicht nur ausschließlich um Hunger, sondern vor allem auch um den Verdauungstrakt des Pferdes. Denn Pferde sind keine Wiederkäuer, die Verdauung unterscheidet sich deswegen beispielsweise sehr stark von Kühen.


Ein Pferd bildet als Dauerfresser permanent zusätzliche Mengen an Magensäure, um rund um die Uhr Heu und Gras zersetzen und verdauen zu können. Sollte der Magen über sechs Stunden oder noch länger hinweg leer bleiben, kann die ansammelnde Magensäure die Magenwände des Pferdes angreifen. Deswegen muss das Pferd ständig fressen, um den Verdauungstrakt gesund zu halten. Zudem ist die regelmäßige Futteraufnahme als Zeitvertreib wichtig für die Psyche.

Wie viel Heu braucht ein Pferd am Tag?

Der Heubedarf für ein Pferd ergibt sich nach einer Grundregel vor allem nach dem Körpergewicht des Pferdes. Normalerweise schätzen Experten, dass die Aufnahme bei 1,5 bis 2 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht liegen sollte. Ein 500 kg schweres Pferd benötigt also zwischen 7,5 und 10 kg Heu am Tag, um damit zumindest den Grundbedarf abdecken zu können. Welche weiteren Faktoren eine Rolle spielen können, wird im nächsten Abschnitt noch einmal etwas genauer erklärt.


Dabei gilt es aber auch, auf die Zusammensetzung und die Qualität des Heus zu achten. Im Idealfall besteht das Heu aus verschiedenen Gräsern, Kräutern und Leguminosen, damit es mehr Nährstoffe enthält. Deswegen eignet sich vor allem der erste Schnitt mit mehr als 20 % Rohfaser zur Mitte der Gräserblüte. Denn zu dieser Zeit enthalten viele Pflanzen zusätzliche Samen und Pflanzenstoffe, die den Nährwert des Heus steigern können. Gutes Heu überzeugt zudem durch ein sattes Grün, hat einen angenehmen Geruch und wenig Staub.

So finden Sie die richtige Heumenge für ein Pferd

Doch selbst mit der altbekannten Faustregel kann es durchaus weitere Faktoren geben, die den täglichen Heubedarf für ein Pferd beeinflussen können. Deswegen ist es in vielen Fällen nicht ausreichend, sich nur an eine einzige Regel zu halten. Verschiedene Pferderassen und auch unterschiedliche Fütterungssituationen können einen erheblichen Einfluss darauf haben, wie viel Heu ein Pferd letztlich braucht.

Faustregeln decken oftmals nur den Grundbedarf

Die zuvor genannte Grundregel zwischen 1,5 bis 2 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht geht davon aus, dass genug fressbare Einstreu wie Stroh vorhanden ist. Damit stellt diese Heumenge für ein Pferd also das absolute Minimum dar und sollte prinzipiell nicht unterschritten werden. Um den tatsächlichen und gesunden Bedarf zu ermitteln, bieten sich sogar praktische Tests an.

Dabei beobachten Pferdebesitzer unter kontrollierten Bedingungen, wie viel ein Pferd ad libitum zu sich nimmt. Sie stellen also ausreichend Raufutter bereit, um nach einem Tag abzumessen, wie viel das Pferd gefressen hat. Ein Pferd hat nämlich auch als Dauerfresser eine Appetitsgrenze und legt für gewöhnlich Pausen ein, wenn es sich satt gefressen hat.

Der Grundbedarf umfasst noch nicht zusätzliche Bewegung

Ein wichtiger Punkt ist jedoch, dass sich der Grundbedarf und die Faustregel nach dem sogenannten Erhaltungsbedarf orientieren. Sollte das Pferd sich zusätzlich bewegen, verbrennt es dabei natürlich auch hohe Mengen an Energie. Prinzipiell sollte dann auch proportional die Heumenge ansteigen und wie viel Heu bzw. Raufutter ein Pferd am Tag wirklich braucht.

In einigen Fällen kann es jedoch sinnvoller sein, einen gesunden Mix aus mehr Heu, Stroh und Kraftfutter bereitzustellen. Nur Heu hat nämlich unter Umständen eine zu hohe Energiedichte und könnte dazu führen, dass die Tiere zu dick werden. Am Ende ist also meistens eine individuelle Lösung die Beste, anstatt sich an starre Faustregeln zu halten.

Vorsicht bei Spezialrassen leichtfuttrigen Pferden

Ebenso gilt es vorsichtig bei der Fütterung von Spezialrassen und leichtfuttrigen Pferden zu sein. Gerade bei Shetlandponys, Norwegern oder Haflingern gibt es Kandidaten, die mehr fressen, als sie eigentlich benötigen. Während die meisten Pferderassen problemlos rund um die Uhr Zugang zu Raufutter haben können, würden manche Rassen sich überfressen und dick werden.

In einer solchen Situation ist es also besonders wichtig, die genauen Mengen abzuwiegen und dann portioniert über den Tag hinweg bereitzustellen. Wie viel Heu oder Raufutter ein solches Pferd braucht, ist dann etwas schwieriger herauszufinden. Sollte es Übergewicht entwickeln, kann striktes Raufuttermanagement und beispielsweise engmaschige Heunetze dabei helfen, dass das Pferd langsamer frisst.

Fazit: So viel Heu braucht ein Pferd

Es gibt also letztlich viele Faktoren, die einen Einfluss darauf haben können, wie viel Heu ein Pferd am Tag braucht. Die Faustregel ist dabei ein guter erster Indikator – 1,5 bis 2 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht eignet sich prinzipiell als sinnvoller Ausgangswert für viele Rassen. Beachten Sie jedoch, dass es sich dabei um das absolute Minimum handelt und es nur mit fressbarem Einstreu den Grundbedarf decken kann. Bei viel zusätzlicher Bewegung steigt der Bedarf dann in der Regel schnell an.


Ob dieser Zusatzbedarf ausschließlich durch mehr Heu bzw. Raufutter gedeckt werden kann, kommt dann immer auf die jeweilige Situation an. Viele Besitzer greifen auf zusätzliches Kraftfutter als praktischen Energielieferanten zurück. Das kann dabei helfen, dem Tier die nötige Kraft zu liefern und das Risiko auf Übergewicht zu minimieren. Oft ist es deswegen auch notwendig, die Gewichtsentwicklung stets im Blick zu behalten.


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