von Moritz Scharffetter

Leinsamen als Powerfood für Ihr Pferd

Eine ausgewogene Ernährung ist nicht nur für uns Menschen ausgesprochen wichtig, sondern vor allem auch für aktive Pferde im Reitbetrieb. Das garantiert nämlich, dass sie stets über ausreichend Energie und Kraft verfügen. Raufutter, Saftfutter und Kraftfutter sind wichtige Bestandteile einer solchen Ernährung. Zusätzlicher Leinsamen kann Ihrem Pferd aber noch weitere Vorteile bieten.

Wir erklären Ihnen, weshalb Ihr Pferd von Leinsamen profitieren kann und welche gesundheitlichen Vorzüge die gezielte Verfütterung hat. Dadurch stellen Sie sicher, dass Ihre Tiere lange gesund bleiben und jederzeit Top-Leistungen abrufen können.

Ein Haufen von Leinsamen

Wie sieht eine gesunde Ernährung beim Pferd aus?

Prinzipiell besteht eine ausgewogene Ernährung beim Pferd aus drei wichtigen Bestandteilen. Diese erfüllen unterschiedliche Zwecke und sollten aufeinander abgestimmt verfüttert werden, um zu vermeiden, dass ein Pferd zu dünn oder zu dick wird.

Hier ist eine kurze Übersicht:

  • Raufutter bildet die Basis der Ernährung (Heu, Stroh, Heulage)
  • Saftfutter ist ein leckerer und vitaminreicher Zusatz (Obst, Gemüse)
  • Kraftfutter dient als energiereicher Zusatz (Getreide, Müsli)

Eine Portion Leinsamen für das Pferd fällt aufgrund des hohen Kaloriengehalts bei den meisten Definitionen unter das Kraftfutter. Deswegen ist es eine beliebte Option, es gleich damit gemeinsam zu verfüttern (alternativ mit gekauften oder selbst zusammengestellten Mash).

Leinsamen: Superfood für Pferde

Obwohl der Begriff Superfood in vergangener Zeit ein wenig inflationär gebraucht wurde, trifft er auf die kleinen braunen Leinsamen durchaus zu. Mit einem Fettanteil von rund 50 %, davon fast ausschließlich gesunde Omega-3-Fettsäuren, sind Leinsamen für Ihr Pferd eine hervorragende Zugabe zum Mash oder zum stärkenden Kraftfutter.

Zudem enthalten die kleinen Samen sehr viel Protein, was die Muskeln, Organe, Blut und Immunabwehr zusätzlich schützen kann. Das ist aber noch nicht alles, denn Leinsamen enthält auch wichtiges Selen sowie viele Vitamine. Fol-, Nicotin- und Pantothensäure runden das positive Gesamtbild dieses Superfoods ab – Ihr Pferd wird es Ihnen danken.

Die Vorteile von Leinsamen fürs Pferd

Aus dem gesunden Profilbild von Leinsamen ergeben sich zahlreiche Vorteile, die einen bedeutenden Beitrag zur Gesundheit Ihrer Tiere leisten können. Hier sind einige der wichtigsten Gründe für die Beliebtheit dieses Superfoods.

Als wichtiger Energielieferant

Ein Pferd, das viel Leinsamen frisst, kann von größeren Kraftreserven profitieren. Denn das hochwertige Omega-3-Fett ist ein idealer Energielieferant, der speziell bei Beanspruchung einen deutlichen Unterschied ausmachen kann. Alternativ kann man sogar auf bereits verarbeitetes Leinöl setzen, das eine noch höhere Energiedichte aufweist.

Zum Schutz von Magen und Darm

Probleme mit der Verdauung sind bei Pferden keine Seltenheit und müssen zügig behandelt werden. Leinsamen enthalten wichtige Schleimstoffe, die bei Kontakt mit Wasser aufquellen und somit den Verdauungstrakt anregen. Hinzu kommt die praktische Schmierfunktion, die das Fett bzw. Öl an den gereizten Darmwänden übernimmt.

Zur Hilfe beim Fellwechsel

Pferde müssen beim Fellwechsel wahre Schwerstarbeit verrichten, zumindest was die körperliche Leistung betrifft. Leinsamen für das Pferd leisten Hilfe, indem sie das Immunsystem stärken und für gesunde Haut sowie schönes Fell sorgen. Das ist den vielen gesunden Fetten, Vitaminen und Mineralstoffen zu verdanken.

Bei Kotwasser oder Durchfall

Selbst wenn das Tier bereits erkrankt sein sollte, können Leinsamen als anregende Zugabe sinnvoll sein. So zum Beispiel bei Kotwasser oder Durchfall. Durch die vielen verdauungsfördernden Inhaltsstoffe gelingt in den meisten Fällen eine schnellere Genesung als ohne Leinsamen – verzichten Sie aber deswegen nicht auf die gängigen Behandlungen.

So verfüttern Sie Leinsamen an Ihr Pferd am besten

Es gibt gleich mehrere Wege, wie man Leinsamen verfüttern kann. Zwar kann es durchaus unterschiedliche Meinungen geben, was die beste Art ist. Doch am Ende gilt es vor allem, auf die individuellen Bedürfnisse der Tiere zu achten und bei Bedarf einen Experten hinzuziehen.

Ungekocht dem Kraftfutter beigeben

Eine beliebte Option ist es, kleinere Mengen von Leinsamen einfach dem Kraftfutter beizugeben. Das kann die Wirkung sogar verstärken und speziell dünnen Pferden dabei helfen, wieder auf ein gesundes Gewicht zu kommen. Aber Vorsicht bei der Dosierung: bei unverarbeiteten Leinsamen sollten 100 bis 120 Gramm nicht überschritten werden.
Diese Art der Verfütterung ist sehr einfach, garantiert aber bei jüngeren Pferden nicht immer die besten Ergebnisse. Es kommt nämlich auch auf den Kauvorgang des Pferdes an, ob dieses alle Leinsamen zermahlen und somit die wichtigen Inhaltsstoffe freisetzen kann. Sollte das nicht der Fall sein, sollte man vielleicht die nächste Option in Betracht ziehen.

Leinsamen geschrotet verfüttern

Alternativ besteht auch die Möglichkeit, alle Leinsamen für das Pferd vorab zu schroten bzw. zu zermahlen. Das kann zum einen den Kauvorgang vereinfachen, zum anderen setzt es alle Inhaltsstoffe bestens frei. Anschließend können die geschroteten Leinsamen ebenfalls dem Futter zugesetzt werden, damit das Pferd alle Nährstoffe aufnimmt.
Der Nachteil dieses Verfahrens ist der etwas größere Aufwand, zudem sollte man Leinsamen vorzugsweise jedes Mal frisch schroten. Denn aufgrund des hohen Ölanteils kann das Ergebnis schnell ranzig und ungenießbar werden. Wer unbedingt im Vorfeld schroten muss, sollte zumindest eine kühle und trockene Lagerung sicherstellen.

Leinsamen für das Pferd kochen

Zuletzt besteht noch die Option, die Leinsamen vor dem Verfüttern zu kochen. Das ist natürlich mit dem größten Aufwand verbunden, es kann aber einige Vorteile haben. Zum einen wird dabei die Blausäure-Gefahr gebannt, zum anderen ist es für manche Pferde in diesem Zustand schlichtweg besser fressbar und einfacher zu verdauen.
Als Pferdebesitzer sollte man natürlich darauf achten, nach dem Kochen die Leinsamen ausreichend abkühlen zu lassen. Sonst kann es zu einer Verbrühungsgefahr kommen! Leider gehen beim Kochen einige Vitamine und gesunde Fettsäuren verloren, sodass dieses Verfahren ebenfalls einige Nachteile hat.

Die richtige Dosierung für Leinsamen fürs Pferd

Leinsamen erzielen die beste Wirkung in kleinen Mengen und sind vor allem beim Fellwechsel oder Verdauungsproblemen empfehlenswert. 50 bis 100 g als Zusatz zum Futter können dann wahre Wunder bewirken – von größeren Mengen ist jedoch abzuraten. Zwar gibt es eine gewisse Blausäuren-Gefahr, aber wirklich realistisch ist diese meistens nicht.

Denn ein Pferd müsste gleich mehrere Kilogramm Leinsamen am Tag zu sich nehmen, um in den gefährlichen Bereich zu gelangen. Trotzdem gibt es keinen triftigen Grund, mehr als die empfohlene Menge von bis zu 100 g zu verfüttern – das spart außerdem ein wenig Geld.

Fazit: Leinsamen sind wichtig für Pferde

Gesunde Pferde sind glücklicher und leistungsfähiger, was am Ende zu besseren Ergebnissen und mehr Reitspaß führt. Deswegen sollten Besitzer immer auf eine ausgewogene Ernährung achten. Leinsamen können für Ihr Pferd ein wahres Superfood sein und insbesondere bei Fellwechsel und Verdauungsproblemen praktische Hilfe leisten.

Haben Sie noch weitere Fragen zu hochwertigem Futter, Pferden oder Reitplätzen? Dann nehmen Sie jetzt Kontakt auf.

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